Von Platon bis zur Europäischen Union.

Bild: v.l. Rüdiger Reyhn, Günter Gersting, Günter Blümel. Foto: D. Schlapeit-Beck.

Ein gewisses Wagnis war es schon: Die Philosophie der alten Griechen in den Mittepunkt einer Einladung der Partei zu stellen und dabei elegant den Bogen zu den Europawahlen am 26. Mai zu schlagen. Die SPD-Abteilung Nikolausberg im Ortsverein Göttingen-Nordost war es eingegangen und kann nun mit einiger Genugtuung auf das Resultat verweisen: Im Restaurant Kuckuck ein rundherum gelungener Abend mit 35 Gästen. Und eine inspirierende Debatte über die Perspektiven der EU im Frühjahr 2019.

Nach ziemlich umsichtiger Werbung unter dem Titel „Zum Kuckuck mit der Philosophie – die alten Griechen und die Zukunft Europas“ war dieser Erfolg in erster Linie Dr. Günter Gersting zu verdanken. Der Nikolausberger Buchautor hatte sein Referat durchaus distanziert mit einem berühmten Zitat von Karl Marx begonnen: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert. Es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“

Im Verlauf von Vortrag und Gespräch näherte sich Gersting aber Denkern wie Platon und Aristoteles. Die beiden Griechen propagierten keineswegs demokratische Strukturen, wie sie heute in Europa als Standard gelten und wie sie die SPD im EU-Wahlkampf vertritt. Mit ihren Überlegungen zur Macht des Volkes legten sie aber vor 2400 Jahren Grundsteine, auf denen Europa den Aufbruch in eine noch erfolgreichere Zukunft starten kann.

Die lebhafte Debatte unter den Gästen der SPD-Abteilung Nikolausberg förderte dann ganz unterschiedliche Facetten zutage: Von Grenzen und Möglichkeiten direkter Demokratie bis hin zur Frage, ob es so etwas wie ein gemeinsames kulturelles Erbe Europas gibt. Ein spannender Abend.

– Autor: Rüdiger Reyhn