|  | Medienkompetenzseminar der SPD |
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von Kevin Archut
Als politisch aktiver Mensch steht man vor dem Problem, seine politischen Inhalte und Standpunkte auch adäquat an den Mann und an die Frau zu bringen. Auch wenn wir heute in der vielgepriesenen „Mediengesellschaft“ leben, heißt das keinesfalls, dass es auch einfacher geworden ist, in den regionalen Zeitungen, Magazinen oder im Rundfunk die eigenen Themen erfolgreich zu platzieren.
Hier sollte nun das „Medienkompetenzseminar“ Abhilfe schaffen, das der SPD-Stadtverband am 13.10.07 im Forum des Parteihauses veranstaltete. Das mit 16 Personen leider nur durchschnittlich gut besuchte Kurzseminar sollte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage versetzen, die eigene Medienkompetenz zu verbessern und es durch die Wahl einer klugen Kommunikationsstrategie zu erreichen, dass die dabei typischen Fehler schon im Vorfeld vermieden werden. Dafür hatte der Stadtverband den Pressesprecher der Stadtwerke Göttingen, Klaus Plaisir, als kompetenten Referenten eingeladen.
Plaisir, der sich als langjähriger GT-Redakteur und professioneller PR-Mann bestens mit beiden Seiten des Medienbetriebs auskennt, gab den anwesenden Genossinnen und Genossen zunächst eine kurze Einführung in die Medienlandschaft Göttingens und in die grundlegenden Regeln der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Im Vordergrund stand dabei – neben erfolgreichen und weniger erfolgreichen Beispielen aus der Praxis – auch die Übungsaufgabe, aus einem vorgegebenen Sachverhalt wahlweise eine eigene Pressemitteilung oder ein internes Memo zu erstellen: So sollten einerseits der höhere Umsatz und ein Rekordgewinn eines fiktiven Unternehmens als Information der Presse mitgeteilt werden, andererseits auch der geplante massive Arbeitsplatzabbau in den nächsten Monaten. Zwischen den Zeilen wurde sehr gut deutlich, wie leicht man durch die kluge Wahl der kommunikativen Mittel unbequeme Wahrheiten verschleiern kann, ein Mittel, dessen sich die freie Marktwirtschaft augenscheinlich sehr gern bedient.
Schnell wurde klar, dass Klaus Plaisir sein Handwerk perfekt beherrscht. Entgegen der Meinung vieler renommierter PR-Strategen hält es Plaisir für unumgänglich, auch die negativen Aspekte einer Nachricht nicht zu verschweigen. Im Rahmen einer guten Strategie müsse man auch die unangenehmen Dinge beim Namen nennen, da sie „früher oder später ohnehin herauskommen“.Wichtig sei dabei, die besagten Negativanteile der Nachricht zu kompensieren und bestenfalls sogar zum eigenen Vorteil zu nutzen.
Dies ist dann auch die Quintessenz des von Plaisir vorgestellten „issues management“ („Themen-Management“), das die Basis einer jeden guten PR-Strategie sein müsse. Vor jedem kommunikativen Schritt sollte man sich überlegen, wie die Öffentlichkeit oder der politische Gegner darauf reagieren könnten. Um Negativberichterstattung zu vermeiden, müsse man selbst (und selbstkritisch) Themen setzen - bevor es die anderen tun.
Abschließend gab Klaus Plaisir den Genossinnen und Genossen den Rat mit auf den Weg, Journalisten als „normale Menschen“ zu sehen und auch so zu behandeln. Denn oftmals bestimme das „wie“ des Miteinanders auch den Erfolg einer politischen Kommunikation: Der Ton macht die Musik.
