|  | Beschlossen am 09.10.2004 |
|  | |
|  |

Jugendpolitik für Göttingen entwickeln und unterstützen
Die SPD-Ratsfraktion wird aufgefordert:
- sich weiterhin nachdrücklich für den Erhalt aller Jugendhäuser, -räume und -zentren in Göttingen einzusetzen.
- geschlechterspezifische Jugendarbeit zukünftig mit ausreichenden finanziellen Mitteln auszustatten (z.B. kore e.V.) und dabei darauf zu achten, dass im entsprechenden Sammeltopf auch tatsächlich Jugendarbeit gefördert wird.
- die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements und der Jugendverbände voranzutreiben. Zu diesem Zweck soll dem Stadtjugendring ein höherer städtischer Zuschuss bewilligt werden, damit dieser das Projekt jugendPower durchführen kann.
- für die Schaffung weiterer Graffitiwände im Stadtgebiet einzutreten. Ein möglicher Standort wäre die Rückseite des Parkhauses am Wochenmarktplatz. Ferner ist dafür zu sorgen, dass die Jugendverwaltung zwischen Privaten und Sprayern im Falle von Aufträgen eine Vermittlerrolle spielt.
- über die Vertreter im Aufsichtsrat der GöVB daraufhin zu wirken, dass die Tarifangebote für junge Menschen attraktiver werden.
Begründung:
Obwohl die Lage der kommunalen Haushalte mehr als angespannt ist, müssen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht nur an die Finanzen von heute, sondern auch an die Gesellschaft von morgen denken!
Daher wurden schon im Kommunalwahlprogramm 2001 die Jugendeinrichtungen als zentraler Pfeiler der Jugendarbeit gewürdigt und ihr vollständiger Erhalt als Ziel gesetzt. Die SPD sollte ein Zeichen setzen, indem sie auch in Zeiten einer schwierigen Haushaltslage weiterhin an allen Einrichtungen im Stadtgebiet festhält und somit verlässlicher Partner der jungen Menschen in dieser Stadt bleibt.
Im Hinblick auf die gute Arbeit, die im Jugendbereich geleistet wird, muss es dennoch zu einer Schwerpunktsetzung in diesem Bereich kommen. Hier muss sozialdemokratisches Profil bewahrt, ausgebaut und vermittelt werden!
Zum einen muss auch zukünftig eine geschlechterspezifische Jugendarbeit in Göttingen durch die SPD unterstützt werden. Die finanzielle Ausstattung von Einrichtungen, Initiativen und Vereinen, die die Förderung von Mädchen und jungen Frauen zum Ziel haben, müssen für diese wichtige Aufgabe gezielt und besonders gefördert werden.
Zum anderen hat die erfolgreiche Arbeit des Stadtjugendrings in den letzen Jahren dazu beigetragen, dass im Bereich der Jugendverbandsarbeit viele der in der städtischen Jugendhilfeplanung aufgezeigten Probleme angegangen werden konnten. So ist es dem Stadtjugendring beispielsweise gelungen, die Anzahl der Juleicas in Göttingen innerhalb eines Jahres zu verdoppeln und Göttingen somit dichter an den niedersächsischen Schnitt heran zu bringen.
Die letzte Shell-Jugendstudie hat gezeigt, dass Jugendliche sich immer weniger politisch engagieren. Der Stadtjugendring hat in der Vergangenheit seine Kompetenz im Bereich politischer Bildung durch die Organisation zahlreicher Veranstaltungen mit Politikern und den parteinahen Jugendorganisationen unter Beweis gestellt. Ohne die vor Wahlen stattfindenden Veranstaltungsreihen des Stadtjugendrings wäre die Beteiligung junger Menschen an den Wahlen der vergangenen Jahre nicht gewährleistet. Der Stadtjugendring trägt damit auch aktiv zum Kampf gegen den Rechtsextremismus bei!
Das Projekt jugendPower knüpft an das erfolgreiche Projekt „jeunesse" des SJRG an und ist wichtiges Instrument um aufzuzeigen, dass Jugendliche sehr wohl politisch engagiert sind. Schwerpunkt dieses weiterführenden Projektes wird es sein, Jugendliche aus bildungsfernen Schichten an Politik heranzuführen - ein Unterfangen, bei dem die lt. Shell-Jugendstudie unbeliebten Parteien versagen. Durch eine solche Schwerpunktsetzung im Jugendbereich zeigt die SPD, wofür sie steht: Chancengleichheit!
Die von der SPD initiierte Schaffung von ersten Graffiti-Wänden war ein Erfolg. Um an diesen anzuknüpfen, sollte ständig nach weiteren Standortmöglichkeiten gesucht werden. Der Wochenmarktplatz wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern oftmals als „Schandfleck" empfunden. Er könnte durch eine Graffitiwand eine optische Aufwertung erfahren. Das Bemühen privater Eigentümer nach Verschönerung ihrer Außenfassaden sollte zukünftig dadurch unterstützt werden, dass seitens der Stadt zwischen diesen und Graffiti-Sprayern vermittelt wird.
Nach dem Scheitern des Bus-Semestertickets ist die Tarifsituation für Schüler ab 12 Jahren und Studenten mehr als unbefriedigend. Vorhandene Tarifangebote (Wochen-, Monatskarten) sind unflexibel, weil an Kalenderwochen gebunden, Rabatte für junge Gelegenheitsfahrgäste gibt es nicht. Junge Menschen erleben in Göttingen derzeit: „Busfahren = teuer". Die Schaffung neuer, bzw. Flexibilisierung vorhandener Tarifangebote für junge Menschen ist daher sowohl zur Förderung der Entstehung eines ökologischen Mobilitätsbewusstseins als auch im Hinblick auf die gleichrangige Förderung aller Verkehrsträger in Göttingen wünschenswert.
